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Hradec

 

KostelDie Gemeinde erstreckt sich auf dem linken Ufer des Flusses Radbuza, 3 km westlich von Stod. An dem südwestlichen Rand befindet sich eine uralte Burgstätte. Die Geschichte von Hradec geht mehr als 1000 Jahre in die Vergangenheit zurück, es gehört zu den wichtigen Zentren der slawischen Besiedlung. 1186 gehörte Hradec dem Kladruby-Kloster. 1286 schenkte es allerdings König Wenzel dem Frauenprämonstratenserkloster in Chotěšov. 1354 erwähnt man hier die Adalbertskirche. 1406 besiegte der Propst Sulek von Chotěšov die bayrischen Angreifer des deutschen Gegenkaisers Ruprecht von Falz in der Schlacht bei Hradec. Nach der Aufforderung von Wenzel IV. stellte Sulek zirka 7 000 Knappen und eine grose Menge von Wagen zusammen, hinter Hradec wartete er auf den Feind und durch einen schnellen Angriff ihn besiegte. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf von den deutschen Einwanderern besiedelt, deren Nachkommen 1945 nach Deutschland vertrieben wurden. 1921 lebten im Dorf 628 Einwohner, von denen sich 540 zu der deutschen Nationalität meldeten.

Die St.-Georgs-Kirche aus dem 14. Jahrhundert ist wie die slawische Burgstätte ein Kulturdenkmal. Nach dem Dorfbrand 1773 wurde sie erneuert. Der Hauptaltar hat einen Frühbarockursprung, aus derselber Zeit stammen wahrscheinlich auch die anderen Seitenaltare. Um die Kirche befindet sich ein damaliger Friedhof. Interessant ist auch das Barockpfarrgebäude. In einer großen Villa aus dem Jahr 1910 gab es vor dem Zweiten Weltkrieg ein Sanatorium von Dr. W. Linhart, dem Nachkommen einer berühmten Arztfamilie aus Hradec. Heutzutage findet man hier die Poliklinik von Hradec und Stod. Nordöstlich von der Kirche wurde an der Wende des 19. und 20. Jahrhunderts ein Schulgebäude erbaut. An dem Ort „Na Hrobech“ westlich vom Dorf befindet sich eine ausgedehnte slawische Burgstätte aus 9.–3. Jahrhundert mit Schanzen und Graben. Die Burgstätte hat zwei Teile und nimmt eine Fläche von zirka 6 ha ein. Hier stand die schon 1298 erwähnte Lorenzkirche. An der Kirche entstand im 14. Jahrhundert eine Festung. Die Lorenzkirche wurde 1669 etwa um eine Hälfte vergrößert und ein kleiner Turm wurde erbaut. Der Bau wurde zum letzten Mal im Jahr 1768 rekonstruiert. Nach der Aufhebung des Chotěšv-Klosters wurde die Kirche geschlossen, verkauft und zum Schluss abgerissen. Durch die heute von Häusern bebaute Burgstatte führt die Landstraße nach Lisov. 1,5 km südlich von der Gemeinde auf dem rechten Ufer des Flusses Radbuza erstreckt sich eine Gruppe von 40–50 prähistorischen Grabhügeln einer bisher unbestimmten Kultur.

Über dem Tal zwischen dem Dorf und der slawischen Burgstätte befindet sich eine steinerne Dreibogeneisenbahnbrücke. Unter dem Dorf an der Radbuza liegt eine Stahlbetonbogenbrücke. Unter dem nordwestlichen Rand der Gemeinde findet man einen überfluteten Bruch, der zum Baden geeignet ist.

Heute zahlt das Dorf 520 Einwohner.