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Dobřany

 

NáměstíDobřany gehört zu den ältesten historischen Orten in der Region Pilsen. Der gute Boden und das gute Wasser in der Umgebung gaben dem Dorf, das hier schon vor den ersten schriftlichen Urkunden aus dem Jahr 1243 existierte, den Namen. Der hiesige selbständige Bauernhof gehörte Záviš von Dobřany. Sein Sohn Jan von Dobřany verwandelte die vorige Gemeinde 1259 in ein untertäniges Städtchen mit einem Handelszentrum für die ganze Umgebung. Die erste Industrierevolution beeinflusste die Entwicklung der Stadt erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Stadt änderte sich in dieser Zeit sehr schnell und das bisherige landwirtschaftliche und handwerkliche Städtchen wurde zu einem Industriezentrum, bekam einen neuen Charakter. Es gab hier genug Arbeitskräfte für die industrielle Umgebung, für Kaolinverarbeitung, Bergwesen und Brauerei. Nach 1990 entstand eine kleine Brauerei „Der blaue Stern,“ wo ein Hefelagerbier nach einer alte böhmischen Rezeptur aus traditionellen Rohstoffen –Malz, Hopfen und Wasser produziert wird.

Heutzutage zählt die Gemeinde zusammen mit Dörfern Šlovice (280) und Vodní Újezd (29) 5800 Einwohner.

Die Anfänge der Barockarchitektur in Dobřany stammt aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunders, vor allem aus der Zeit von den Propsten des Chotěšov-Klosters Andrea Fabricius und Dominik Peterka, als die Stadt im Barockstil umgebaut wurde. In Folge vieler weiterer Brände in den Jahren 1175–801 verloren die Barockbauten ihren Charakter, außer einigen Stadthäusern und den beiden Kirchen, die umberührt blieben. 1958 laut Gesetz über Kulturdenkmaler in der Tschechoslowakei wurde eine Liste von Kulturdenkmalern bearbeitet. Auf diese Liste wurden bis heute 10 Objekte aus Dobřany aufgeschrieben und der historische Stadtkern wurde 10. 9. 1992 zu einer Zone mit der Denkmalpflege proklamiert.

Eine sehr interessante historische Sehenswürdigkeit ist die St.-Veits-Kirche, von der die erste schriftliche Urkunde aus dem Jahr 1259 stammt. In der Zeit der Hussitenkriege wurde die Kirche geplündert, im Jahr 1620 verbrannte und weiter verfiel. Die heutige Kirche ist ein Neubau und der Grundstein wurde zum Fest von Veit 1727 gelegt. Die Kirche ist eine Barockperle und gehört zu den interessantesten Barockbauten in Tschechien und zu den wichtigsten Werken des Pilsner Architekten Jakub Auguston des Jüngeren.

Eine weitere Merkwürdigkeit ist die St.-Nikolaus-Pfarrkirche, die schon 1259 erwähnt wurde. Eine ursprünglich gotische Kirche wurde 1652 neu umgebaut. 1758–1765 wurde die Kirche erweitert und im Barockstil umgebaut, so dass von dem ursprünglichen Bau nur die Seitenmauern blieben.

Auf der Liste ist auch die Steinbrücke über Radbuza zu finden. Der Herkunft der Brücke ist nicht klar. Von den schriftlichen Dokumenten sind wir darüber seit der Hälfte des 16. Jahrhunderts informiert. 1794 wurde die spätgotische 50 Meter lange Dreibogenbrücke in der Form gebaut, wie wir sie heute kennen. In der Barockzeit kam es zu einer Gesamtrekonstruktion und die Statue von Johannes von Nepomuk wurde hier gestellt. Die letzte Rekonstruktion wurde 1993–1994 durchgeführt.